hebraeisch.israel-life.de / israel-tourismus.de / nahost-politik.de / zionismus.info
Judentum und Israel
haGalil onLine - http://www.hagalil.com
 
Spenden Sie mit PayPal - schnell, kostenlos und sicher!

Jüdische Weisheit
Hymne - Israel
Werben in haGalil?
Ihre Anzeige hier!
Advertize in haGalil?
Your Ad here!
 

MEMRI Special Dispatch - 21. Mai 2003

Saudische Empfindlichkeiten:
Al-Hayat über die Anschläge von Riad

Die in London herausgegebene Tageszeitung Al Hayat beschäftigte sich mit den Folgen der Anschläge von Riad für Saudi-Arabien. In zwei Kommentaren plädiert der renommierte Kolumnist Daud Shiriyan dafür, dass sich das Königreich mit seiner Rolle für den Terrorismus auseinandersetzt und bei dessen Bekämpfung mit den USA zusammenarbeitet. Die Zeitung Al Hayat ist in Besitz eines Mitglieds der saudischen Königsfamilie.

"Die Ankunft einer Gruppe von etwa 60 FBI- und CIA-Offizieren, die sich an den Untersuchungen der Anschläge in Riad am vergangenen Dienstag beteiligen werden, wird von vielen als [Folge] sicherheitspolitischer Unzulänglichkeit betrachtet, die es Amerika erlaubt, sich direkt in die Angelegenheiten der [entsprechenden] Staaten einzumischen. Andere sehen dies als Beginn für weitere direkte Einmischungen.

Tatsächlich kann kein Zweifel daran bestehen, dass die Anschläge von Riad politische Lasten für die [saudische] Regierung mit sich bringen: Angriffe in den Medien, Fragen zur Erziehung und zu [gesellschaftlichen] Reformen sowie Forderungen nach Interventionen gegen sie [die Regierung] und anderes, was bereits nach dem 11.9. aufgekommen war. Vielleicht liegt dies alles aber auch im Interesse Saudi-Arabiens. Die amerikanischen Experten kommen diesmal vielleicht nicht als Amerikaner, sondern einfach weil sie in den vergangenen zwei Jahren viele Kenntnisse über die Taten von Al-Qaida und anderen Organisationen gesammelt haben und mit diesen Informationen dazu beitragen können, den Anschläge in Riad zu verstehen. Dies erfordert es allerdings, dass man die Kooperation in ihrem politischen Kontext betrachtet, [nämlich] als Teil einer Zusammenarbeit gegen den Terror und eben nicht so, wie es deren Kritiker sehen. Auch wissen schließlich alle, dass die [FBI- und CIA-] Delegation schon seit Beginn des Kriegs gegen den Terror unentwegt die Staaten der Region durchkreuzt und mit deren Sicherheitsapparaten verkehrt. Der von öffentlicher Empfindlichkeit geprägte Umgang mit der sicherheitspolitischen und militärischen Zusammenarbeit mit Amerika fördert [hingegen] die Aufwiegelung zu Gewalt und Terror seitens einiger Gruppierungen und radikaler Strömungen und erzeugt auf der anderen Seite den Eindruck eines saudischen Zögerns [in Sachen Terrorbekämpfung]. Das schwächt die Position der Regierung und widerspricht wohl auch ihrem politischen und wirtschaftlichen Interesse. Sechzig Jahre der Zusammenarbeit mit Washington auf der Grundlage von gemeinsamen Interessen und gegenseitigen Respekts sollten ausreichen, um solche Unklarheiten zu überwinden. Ansonsten würden diese mit zunehmender Dauer das Verhältnis zwischen beiden Ländern nachhaltig beeinträchtigen." (Al Hayat, 17.5.2003)

"Was wird Saudi Arabien unternehmen?"

"Alle arabischen und ausländischen Journalisten und Analysten, mit denen ich zuletzt gesprochen habe, stellten dieselbe Frage: Was wird Saudi Arabien nach den drei Explosionen, die Riad in der letzten Woche erschütterten und in der Monarchie wieder eine Atmosphäre wie nach dem 11.9. auslöste, unternehmen, um den Terrorismus zu bekämpfen? Werden wie beim letzten Mal wieder nur ein paar Leute festgenommen und über deren Ideologie und ihre Attraktivität hinweggesehen? Werden [erneut] andere beschuldigt und ausländische Gruppierungen für das Denken verantwortlich gemacht, dass die Jugend in die Irre führt? Oder wird dieser unter dem Banner des Islam antretenden Strömung jetzt entgegengetreten - ungeachtet aller Probleme, die eine solche Konfrontation für ein Land wie Saudi Arabien mit sich brächte?

Saudi Arabien kann eine Menge unternehmen und besitzt alle nötigen Fähigkeiten, um dem religiös verkleideten Terror zu begegnen. Deutlich wurde schon, dass Riad diesmal ganz anders reagierte als bei den vorherigen Anschlägen. Anders als zuvor war in den Reden und Erklärungen der saudischen Politiker die Vorstellung sehr präsent, dass eine Ideologie hinter den Attentätern steht. [...]

Das saudische Königreich ist in seinen rühmlichen Taten für den Islam unübertroffen. Es unterwirft seine Interessen dem Dienst [für den Islam] und trägt weltweit 90% der Ausgaben für die da'wa [den "Ruf" zum Islam]. Seit etwa 60 Jahren ist es dem Königreich dabei gelungen, die Balance zwischen seiner weitreichenden Rolle für den Islam und seinen Beziehungen zum Westen zu halten. Die Anschläge in Riad richteten sich gegen diese Rolle [Saudi Arabiens] für den Islam - mehr noch als gegen seine Beziehungen zum Westen. Sie zwingen das Königreich, sich diesmal mit sich selbst auseinanderzusetzen und die Struktur, das Gedankengebäude und die Methode, auf der seine Rolle basiert, zu hinterfragen. Wenn das Königreich sich entschiede, seine Mittel [bei der da'wa] zu verändern und ihre Auswirkungen zu überdenken, wären Veränderungen auf vielen verschiedenen Ebenen erforderlich. Und genau darin liegt die wahre Herausforderung." (Al Hayat, 19.5.2003)

THE MIDDLE EAST MEDIA RESEARCH INSTITUTE (MEMRI)
eMail:
memri@memri.de, URL: www.memri.de
© Copyright 2002. Alle Rechte vorbehalten.

hagalil.com 22-05-03

 

haGalil.com ist kostenlos! Trotzdem: haGalil kostet Geld!

Die bei haGalil onLine und den angeschlossenen Domains veröffentlichten Texte spiegeln Meinungen und Kenntnisstand der jeweiligen Autoren.
Sie geben nicht unbedingt die Meinung der Herausgeber bzw. der Gesamtredaktion wieder.
haGalil onLine

[Impressum]
Kontakt: hagalil@hagalil.com
haGalil - Postfach 900504 - D-81505 München

1995-2006 © haGalil onLine® bzw. den angeg. Rechteinhabern
Munich - Tel Aviv - All Rights Reserved