antisemitismus.net / klick-nach-rechts.de / nahost-politik.de / zionismus.info

Judentum und Israel
haGalil onLine - http://www.hagalil.com

 

 

Abu Masen:
Demontage mit Dynamit

Palästinenser-Premier Machmud Abbas umarmt die Radikalen und wird dabei erdrückt ...

Von Thorsten Schmitz - Süddeutsche Zeitung

Als sich der palästinensische Selbstmordattentäter in Jerusalem in die Luft sprengte und 20 Israelis mit in den Tod riss, saß der palästinensische Regierungschef Machmud Abbas im Gaza-Streifen und konferierte mit jenen Terrorgruppen, die den Selbstmordattentäter losgeschickt hatten. Ihr Gespräch mit Abbas über die Einhaltung der bis Ende September befristeten Waffenruhe war ein Akt der Höflichkeit gegenüber einem Palästinenserpremier, der über keine Macht innerhalb der palästinensischen Bevölkerung und schon gar nicht unter ihren Terrorfraktionen genießt.

Abbas‘ Popularitätswert liegt bei drei, der von Palästinenserpräsident Jassir Arafat noch immer bei mehr als 80 Prozent. Die Vorschusslorbeeren, mit denen Israel und die USA den ersten palästinensischen Premierminister überhäuft haben, waren verfrüht. Abbas haftet der Ruf an, eine Marionette der USA und Israels zu sein, er verfügt über keine Autorität und wagt es nicht, sich gegen Arafat zu behaupten. Arafat kontrolliert von seinem Hauptquartier aus noch immer die Geschicke der Palästinenser, Abbas ist in seinen Entscheidungen hingegen nicht autonom, was er unlängst in einem Interview gar einräumen musste.

Nur mit der Schwäche des Premiers lässt sich dessen irrwitziger Versuch erklären, die palästinensischen Terrorgruppen ins politische System der Autonomiebehörde integrieren zu wollen. Er will ihnen Waffen und Bomben nicht wegnehmen (obwohl das der Friedensfahrplan verlangt), und Hamas und Islamischen Dschihad zugleich zum Teil der palästinensischen Zivilgesellschaft machen.

Ein wahnwitziges, zum Scheitern bestimmtes Unterfangen, denn bei den Terroristen handelt es sich nicht um geläuterte Menschen, sondern um Fanatiker, die, wie Arafat auch, das Märtyrertum verklären und sich den Gang ins Paradies versprechen, wenn sie ihre Körper in die Luft sprengen. Sie propagieren die Zerstörung Israels, da der jüdische Staat jene Region entweihe, auf der die Terroristen einen islamistischen Gottesstaat errichten wollen. Abbas mag richtig denken – mehrfach hat er die gewaltsame Intifada verurteilt. Aber richtig handeln kann (und will) er nicht.

Innerhalb einer Woche sprengen sich drei Palästinenser in die Luft und töten mehr als 20 Menschen – aber Abbas verurteilt lediglich und gibt Israel die Mitschuld. Ein Palästinenserpremier, der aus Angst vor einem Bürgerkrieg die Entwaffnung und Auflösung von Terrorgruppen verweigert, wird politisch nicht überleben. Es sind Terrorgruppen, die sein Volk letztlich ins Mittelalter katapultieren wollen.

Schon bald werden Israel und die USA einsehen, dass sie an Abbas nicht festhalten können, soll der Friedensfahrplan nicht das Schicksal erleiden wie all seine Vorgänger. Ein neuer Palästinenserpremier muss gefunden werden, der die Konfrontation mit Arafat nicht scheut und über Ansehen in der palästinensischen Gesellschaft verfügt. Schon werden Namen genannt. Ein guter Kandidat wäre ein Angestellter von Abbas: Sicherheitschef Mohammed Dachlan.

sueddeutsche.de



DG/ hagalil.com /

 

 

Jüdische Weisheit
Werben in haGalil?
Ihre Anzeige hier!

Advertize in haGalil?
Your Ad here!
 


DE-Titel
US-Titel


Spenden Sie mit PayPal - schnell, kostenlos und sicher!
haGalil.com ist kostenlos! Trotzdem: haGalil kostet Geld!

Die bei haGalil onLine und den angeschlossenen Domains veröffentlichten Texte spiegeln Meinungen und Kenntnisstand der jeweiligen Autoren.
Sie geben nicht unbedingt die Meinung der Herausgeber bzw. der Gesamtredaktion wieder.
haGalil onLine

[Impressum]
Kontakt: hagalil@hagalil.com
haGalil - Postfach 900504 - D-81505 München

1995-2006 © haGalil onLine® bzw. den angeg. Rechteinhabern
Munich - Tel Aviv - All Rights Reserved